T.R.I.P. The Reality In Pieces
Ein Open-World-Game für einen Spieler und viele tausend Akteure RUND UM DIE UHR eingeteilt in käuflich zu erwerbende Zeitkontingente.
Erster Einsatzort: Hannover, Deutschland, 12. bis 20. November 2011. Start: Steintor
Change your world! T.R.I.P. erklärt Deine Stadt zur Open World nach dem Vorbild virtueller Spiele. Exclusiv betrittst Du die für Dich kreierte Welt. Dein Blick ist die Kamera, Du entscheidest Dich für Close-Up oder Totale, für rechts oder links. Wer ist dieser Jonas Lukas, der in jedem Gespräch seine Biographie neu konstruiert? Wohin folgst Du ihm? Und warum? Wer ist diese Johanna, die immer wieder auftaucht und ihren Bruder verfolgt? In Fenstern erscheinen Schilder, die Dir den Weg weisen, Passanten werden zu Akteuren, Teil Deines Spiels. Wer beobachtet hier wen? T.R.I.P.-Mitarbeiter bauen Kulissen auf, reißen sie wieder ab. Wer gehört zum Spiel? Wem kannst Du vertrauen. Leben verwischen. Auf Dich und Deine Geschichte kommt es an. Delete yourself! It‘s your T.R.I.P.!
Press Play:
LEIDER SIND ALLE PERFORMANCES AUSGEBUCHT!
Konzeption&Realisation:
Ursula Bergmann, Philippe Goos, Katherine Halbach, Karoline Höfer, Ramona Rauchbach, Marco Storman, Tanya Weiler und Nils Zapfe
Gefördert von der Stiftung Kulturregion Hannover und dem Kulturbüro Hannover.
DAS ETWAS ANDERE STADTTHEATER. Von Ronald Meyer-Arlt in der HAZ.
Die Anweisung war deutlich: „Überquere die Straße, und gehe auf das zu“. Da ist es ja schon. „Spiel mit“ heißt es. Wie passend. Die „Kulturfiliale“, die derzeit erfindungsreichste freie Theatergruppe Hannovers, Das ist auch als Aufforderung zu verstehen, denn man wird in der Tat ein bisschen mitspielen müssen bei diesem zweistündigen Theaterprojekt, aber mehr noch spielt die Stadt mit einem.
„T.R.I.P.“ („The Reality in Pieces“) ist der Titel der theatralischen Stadtbegehung, und das passt, denn schließlich ist jeder Trip anders. Die Teilnehmerzahl gibt zu Renditeüberlegungen Anlass: Das ganze Spiel findet jeweils nur für einen einzigen Zuschauer statt. Der hat viel zu tun, und die Schauspieler haben viel mit ihm zu schaffen. Zwei Stunden wandert, schlendert, rennt und fährt der Zuschauer durch die Stadt. Und immer wieder passiert etwas. Fremde Menschen berühren ihn an der Schulter und raunen ihm Aufforderungen wie „Folgen Sie dieser Frau“ zu. Die eilt dann nicht nur die Straße entlang, sondern auch durch einen Supermarkt. Man könnte glatt etwas einkaufen, denn beim Einchecken in die haben einem die Theaterleute nicht nur eine Fahrkarte, ein Handy, einen iPod Nano, sondern – wie nett – auch etwas Kleingeld mit auf den Weg gegeben.
Die Verabredung für diese Form von Stadttheater sind einfach: Der Zuschauer soll den Anweisungen folgen und zuschauen. Ins Spiel eingreifen darf er nicht. Man taucht in eine Welt ein, von der es heißt, sie sei ein Computerspiel. Die Grafikkarte muss gigantisch sein, denn ihre Leistung ist verblüffend: Die Welt sieht aus wie die, die wir kennen – und doch anders. Was ist Spiel? Alles ist unsicher, fragil – man selber auch.
Zwei Stunden dauert der geführte – und er ist an keiner Stelle langweilig. Man wird an Orte geführt, die man aus eigenem Antrieb wohl nie aufgesucht hätte, und man sieht erstaunliche Dinge. Oft weiß man nicht, was zur Inszenierung gehört und was nicht, aber wenn plötzlich jemand mit einem riesigen Schild auftaucht, auf dem der Vorname des Zuschauers steht, dann weiß man genau: Showtime!
Ganz neu ist diese Art von Stadttheater nicht, „“ etwa hat auch schon mit dem Stadtraum gespielt. Neu aber ist diese wunderbare und irgendwie auch utopische Verschwendungslust eines freien Theaters, solch einen Aufwand für jeweils nur einen Zuschauer zu betreiben. Der Effekt ist beachtlich: Den Kulturfilialsten gelingt es, der Stadt, ach was, der Welt, einen anderen Rahmen zu geben. Es ist ein Weltverzauberungstheater.
nächstes Projekt:
T.R.I.P. The Reality In Pieces
Ein Open-World-Game von Kulturfiliale. Vom 12.11. bis 20.11.2011. Eingeteilt in zu erwerbende Zeitkontingente.
T.R.I.P. erklärt Deine Stadt zur Open World nach dem Vorbild virtueller Spiele. Exclusiv betrittst Du die für Dich kreierte Welt.In Fenstern erscheinen Schilder, die Dir den Weg weisen, Passanten werden zu Akteuren, Teil Deines Spiels. Wer gehört dazu? Wem kannst Du vertrauen? It's your T.R.I.P.!
Kulturfiliale in Australien
Installation und Performance vom 9.Februar 2011 bis 14.Februar 2011 auf dem Melbourne City Square in Melbourne, Australien
Anfang 2011 wurde ein Container von Berlin nach Melbourne verschifft. Angefüllt mit dem gesammelten Identitätsmaterial von Menschen. Von Deutschen und von Australiern. Von australischen Deutschen und deutschen Australiern. Von Vorurteilen und Klischees. Lebensgeschichten. Der Container stand in Melbourne mitten in der Stadt und jeder Passant konnte sich hineinsetzen, zuhören, weitererzählen. Mit ihrem Projekt „Man nimmt sich mit, wohin man geht. You Take Yourself Whereever You Go.“ beschäftigt sich Kulturfiliale mit Identität und Heimat.

