Da ist nichts leer, alles voll Gewimmels.
Autopsie einer Auslöschung
Vom 26.9.2009 bis 1.10.2009, rund um die Uhr auf dem Platz der Weltausstellung
ausgezeichnet mit dem Kulturpreis PRO VISIO 2010
„Das lahmgelegte Handeln ist die grundlegende Störung jeder Depression.“
Alain Ehrenberg
Ein Hochsitz inmitten von Hannovers Konsumtempeln. Ein Missverständnis? Ein Werbegag? Oder einfach nur Sperrmüll? Hendrik Pohl ist 31 Jahre alt und hat alles verloren: seine Arbeit, seine Frau, seine Zuversicht – und den Glauben an die Hilfe des Staats. Er zieht die radikalste aller Konsequenzen. Hendrik Pohl kündigt seine Wohnung, verbrennt seine Ersparnisse und bezieht einen Hochsitz. Fortan verweigert er die Nahrungsaufnahme. In der selbst gewählten Isolationshaft mitten im Herzen der Stadt macht sich Hendrik Pohl bereit für seine eigene Auslöschung. Ein Mensch verschwindet, und eine ganze Stadt schaut zu. Schaut sie zu?
Kulturfiliale bringt in einer mehrtägigen theatralen Erkundung mit dem Hochsitz nicht nur ein Stück Wald ins Zentrum von Hannover. Vielmehr schafft sie einen Ort der Aufmerksamkeit und der Auseinandersetzung.
Konfrontiert mit der unmittelbaren Situation Hendrik Pohls stellt sich die Frage, wie sich jeder Einzelne in unserer Gesellschaft eine Identität schaffen kann, die sich nicht über den Druck nach Leistung und Erfolg definiert. Die Fähigkeit zum selbständigen Handeln ist der Kern der Sozialisation. Das existierende Überangebot an Möglichkeiten in unserem Leben jedoch kann zur Stagnation führen
Konzeption & Realisation:
Ursula Bergmann, Philippe Goos, Ramona Rauchbach, Miriam Reimers, Marco Storman
# Spendenaufruf für das Kinderhospiz des ASB Hannover
# Zur Verleihung des Kulturpreises PRO VISIO 2010
Eine Produktion von Kulturfiliale in Zusammenarbeit mit dem Schauspiel Hannover. Gefördert vom Kulturbüro Hannover und der Stiftung Kulturregion Hannover.
nächstes Projekt:
T.R.I.P. The Reality In Pieces
Ein Open-World-Game von Kulturfiliale. Vom 12.11. bis 20.11.2011. Eingeteilt in zu erwerbende Zeitkontingente.
T.R.I.P. erklärt Deine Stadt zur Open World nach dem Vorbild virtueller Spiele. Exclusiv betrittst Du die für Dich kreierte Welt.In Fenstern erscheinen Schilder, die Dir den Weg weisen, Passanten werden zu Akteuren, Teil Deines Spiels. Wer gehört dazu? Wem kannst Du vertrauen? It's your T.R.I.P.!
Kulturfiliale in Australien
Installation und Performance vom 9.Februar 2011 bis 14.Februar 2011 auf dem Melbourne City Square in Melbourne, Australien
Anfang 2011 wurde ein Container von Berlin nach Melbourne verschifft. Angefüllt mit dem gesammelten Identitätsmaterial von Menschen. Von Deutschen und von Australiern. Von australischen Deutschen und deutschen Australiern. Von Vorurteilen und Klischees. Lebensgeschichten. Der Container stand in Melbourne mitten in der Stadt und jeder Passant konnte sich hineinsetzen, zuhören, weitererzählen. Mit ihrem Projekt „Man nimmt sich mit, wohin man geht. You Take Yourself Whereever You Go.“ beschäftigt sich Kulturfiliale mit Identität und Heimat.

