Eintagsfliege
seit November 2006
Wie oft laufen wir durch die Stadt, geschäftig, hektisch, mit tausend Gedanken im Kopf? Ohne aufzublicken? Ohne uns umzusehen? Ohne unsere Umwelt auch nur zu bemerken? Versunken in unsere eigenen Probleme und Sorgen sind wir umgeben von einer grauen Masse stummer Menschen. Was wenn diese Unbekannten plötzlich zu sprechen begännen? Mit ihrer ganz persönlichen Geschichte in unsere Welt eindrängen, zu uns vordrängen und uns aufrüttelten? Wenn die starre Fassade der anonymen Großstadt an einer Stelle zerbricht und wir dahinter schauen können? In das wahre Leben?
Eintagsfliege ist als Reihe konzipiert, die unsere unbekannten Mitpassanten zu Wort kommen lässt. Spontan, unvermittelt und persönlich geben sie Einblicke in ihr Leben, erzählen von ihrer Geschichte: Michael Schulz versteigert sein letztes Hab und Gut, sein Sofa in der Innenstadt Hannovers und schreit seine Wut, seine Angst heraus; in der Straßenbahn erscheint ein Mann, der als Ein-Euro-Job Geschichten erzählen muss, und statt der vorbereiteten Erzählungen mehr und mehr in sein eigenes Leben rutscht und davon preisgibt; in der Fußgängerzone lebt eine alte Frau im Müllcontainer. Die Figuren treten aus der Anonymität der Großstadt heraus und brennen sich ein in das Gedächtnis der Passanten.
Die Aktionen finden in unregelmäßigen Abständen ohne Vorankündigung an verschiedenen Orten in Hannover statt.
Konzeption & Realisation: Ursula Bergmann, Holger Bülow, Anna Macholz, Miriam Reimers, Marco Štorman
Gefördert vom Kulturbüro Hannover:
nächstes Projekt:
T.R.I.P. The Reality In Pieces
Ein Open-World-Game von Kulturfiliale. Vom 12.11. bis 20.11.2011. Eingeteilt in zu erwerbende Zeitkontingente.
T.R.I.P. erklärt Deine Stadt zur Open World nach dem Vorbild virtueller Spiele. Exclusiv betrittst Du die für Dich kreierte Welt.In Fenstern erscheinen Schilder, die Dir den Weg weisen, Passanten werden zu Akteuren, Teil Deines Spiels. Wer gehört dazu? Wem kannst Du vertrauen? It's your T.R.I.P.!
Kulturfiliale in Australien
Installation und Performance vom 9.Februar 2011 bis 14.Februar 2011 auf dem Melbourne City Square in Melbourne, Australien
Anfang 2011 wurde ein Container von Berlin nach Melbourne verschifft. Angefüllt mit dem gesammelten Identitätsmaterial von Menschen. Von Deutschen und von Australiern. Von australischen Deutschen und deutschen Australiern. Von Vorurteilen und Klischees. Lebensgeschichten. Der Container stand in Melbourne mitten in der Stadt und jeder Passant konnte sich hineinsetzen, zuhören, weitererzählen. Mit ihrem Projekt „Man nimmt sich mit, wohin man geht. You Take Yourself Whereever You Go.“ beschäftigt sich Kulturfiliale mit Identität und Heimat.

